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Portrait von Alejandra

Ich kam 1996 nach Großbritannien. Vorher hatte ich in Argentinien Partner, von denen ich wusste, dass sie Drogen spritzten, aber ich hätte nie gedacht, dass ich HIV-positiv sein könnte. Nach meiner Ankunft in Großbritannien begann sich mein gesundheitlicher Zustand zu verschlechtern, daher ging ich zu einem Test. Dass der Test positiv war, bedeutete keinen zu großen Schock für mich, vermutlich weil etwa 20 Prozent meiner Freunde infiziert sind und es somit nicht völlig neu für mich war.

Ich beschloss zu versuchen irgendetwas zu tun, um den Menschen in Entwicklungsländern zu helfen, die nicht soviel Glück haben wie ich und begann Informationsmaterialien ins Spanische zu übersetzen, die für mich selbst hilfreich gewesen waren - über Safe Sex, mit den Partnern über Sex zu reden, über eine positive Lebenseinstellung trotz HIV. Es waren Materialien von denen ich annahm, dass Frauen in Lateinamerika sie nie zu sehen bekommen würden. Ich arbeitete an der Erstellung einer spanischen Broschüre mit, die davon handelt, wie man sein Leben nach der Diagnose mit einer positiven Einstellung gestalten kann. So entwickelte ich mich von einer Frau mit einer positiven Diagnose zu einer, die für Frauenrechte eintritt.

Es gab viele Probleme mit denen ich nicht konfrontiert wurde, mit denen Freunde in Entwicklungsländern aber noch immer konfrontiert werden - die Stigmatisierung, die Isolation. Sie sind nicht einmal in der Lage mit ihren Partnern über ihren Status zu sprechen. Im Zusammenhang mit der Eröffnung ihres Status gibt es Probleme, mit denen Frauen noch immer nicht umgehen können und viele können nicht über ihr Sexualleben sprechen. Ich habe in Lateinamerika viele HIV-positive Frauen getroffen, die sich dazu entschlossen haben keinen geschützten Geschlechtsverkehr zu praktizieren, da sie nicht wussten, wie sie ihre Partner bitten sollten ein Kondom zu nutzen, wenn diese es nicht wollten. In Lateinamerika ist es die Rolle der Frau dem Mann gefällig zu sein, sie sagen nicht einfach "Es tut mir leid, aber es besteht ein Infektionsrisiko, davor möchte ich dich schützen." Möglicherweise würden sie sagen, "Ok, wenn du nicht möchtest, dann schlafen wir eben nicht miteinander." Und das ist selbst dann so, wenn der Mann weiß, dass die Frau positiv ist.

In wie weit schätzt eine positive Frau überhaupt das Risiko in Bezug auf den Schutz anderer Menschen vor einer Infektion richtig ein? Man kann sich für den Gebrauch von Kondomen einsetzen und sich auf den Standpunkt stellen, dass diese für den Rest des Lebens verwendet werden müssen, aber für eine Frau ist es sehr schwer das zu tun. Es hängt von den Machtverhältnissen in der Partnerschaft ab und der Fähigkeit der Partner über sexuelle Themen zu sprechen. Was macht man, um sich und seinen Partner vor einer Infektion zu schützen, wenn kein Safe Sex praktiziert wird? In Großbritannien wird zwar viel offener über Sex gesprochen, aber nicht über das Risiko.

Ich habe von HIV erfahren als ich 20 Jahre alt war und bin mit HIV aufgewachsen; entweder indirekt oder direkt war HIV Teil meines Lebens. Ich kann mich daran erinnern, dass ich mit 20 Jahren in Discos gegangen bin und einer meiner Freunde Kondome als Ohrringe trug, um darauf aufmerksam zu machen, dass wir daran denken sollten. Aber auch ich habe mein eigenes Risiko nicht richtig eingeschätzt.

Viele Frauen glauben, dass es sich, wenn sie HIV-positiv sind, um eine Strafe für etwas, das sie falsch gemacht haben, handelt. Sie müssen dahin kommen HIV einfach als einen Unfall zu sehen, genauso wie man einen Autounfall hat oder seine Arbeitsstelle verliert - und nicht als etwas, für das man die Schuld zugewiesen bekommen kann. Erst dann kann man aufhören HIV als etwas Enormes und Unbekanntes anzusehen und es in den richtigen Kontext stellen. Dann kann man sich selbst sagen, es ist etwas, das mit mir passiert ist und ich muss daraus lernen.

Diese Geschichte wurde kürzlich veröffentlicht in einem Buch mit dem Namen "Woman to Woman: positively speaking." Das Hauptanliegen dieser Veröffentlichung ist, das Bewusstsein für Frauen zu schaffen, die mit HIV/AIDS überall auf der Welt leben und um das oft mit der Infektion einhergehende Stigma anzusprechen.

Das Buch selbst ist kostenlos zu beziehen über fashion fights aids. Dabei fallen Frachtkosten in Höhe von £2.50 für jedes Buch an.

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